Donnerstag, 29.01.2026

Hanau und Kreis Main Kinzig verlangen Anteil an 950 Millionen Euro für Klinikmodernisierung

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Zum Start der bundesweiten Umsetzung des Krankenhaustransformationsfonds fordern der Hanauer Oberbürgermeister Maximilian Bieri und der Landrat des Kreises Main Kinzig, Thorsten Stolz, eine gerechte Verteilung der für Hessen verfügbaren Mittel in Höhe von 950 Millionen Euro. Sie mahnen an, dass auch kommunal getragene Kliniken in ihrer Region von den Investitionsmitteln profitieren müssen.

Hessischer Anteil und Zweck des Transformationsfonds

Der Krankenhaustransformationsfonds wurde im Rahmen der Krankenhausreform eingerichtet und stellt bis 2035 Mittel für die Modernisierung der Krankenhauslandschaft bereit. Vorgesehen sind unter anderem die Erneuerung baulicher Strukturen, der Ausbau digitaler Infrastruktur und die Stärkung sektorenübergreifender Versorgungsmodelle. Die für Hessen ausgewiesenen 950 Millionen Euro stammen überwiegend aus einem Sondervermögen des Bundes.

Bieri und Stolz betonen, dass es sich bei einem großen Teil dieser Gelder um Mittel für kommunal getragene Einrichtungen handele und dass diese Einrichtungen daher angemessen berücksichtigt werden müssten. Die Position der Hessischen Krankenhausgesellschaft, die eine Weitergabe der Mittel in die Fläche gefordert und zugleich die gezielte Bereitstellung von 200 Millionen Euro für die Universitätsklinik Frankfurt kritisiert hat, wird von den beiden Kommunalpolitikern begrüßt.

Konkrete Bedarfe in Hanau und im Kreis Main Kinzig

Als konkrete Investitionsprojekte nennen die Verantwortlichen den Umbau der Notaufnahme in Gelnhausen, den Aufbau einer geriatrischen Tagesklinik in Schlüchtern sowie den Bau einer neuen Kreissaallandschaft und die Beschaffung großer medizinischer Geräte am Klinikum Hanau. Nach Angaben von Stolz übernehmen die Kliniken des Kreises Main Kinzig nach Schließungen und Leistungseinschränkungen an anderen Standorten die Versorgung für mehr Menschen. Diese Mehrbelastung erfordere gezielte Investitionen.

Die Kommunalvertreter verweisen zudem auf jüngste Schließungen und Versorgungsreduzierungen in der Region, unter anderem in Büdingen, Alzenau und Grebenhain, und sehen in einer bedarfsgerechten Mittelverteilung ein Instrument, um die regionale Versorgung zu stabilisieren.

Kommunale Trägerschaft und Erwartungen an das Land

Bieri und Stolz sprechen sich ausdrücklich für den Verbleib des Klinikums Hanau und der Kliniken des Kreises Main Kinzig in öffentlicher Trägerschaft aus. Sie begründen dies mit Verlässlichkeit, regionaler Verantwortung und patientenorientierter Versorgung. Der Krankenhaustransformationsfonds müsse solche Strukturen stärken und nicht schwächen.

Abschließend appellieren die beiden Politiker an das Land Hessen, bei der Ausgestaltung und der Vergabe der Mittel die regionalen Bedarfe angemessen zu berücksichtigen und eine zügige sowie unbürokratische Weitergabe der Gelder an die Träger sicherzustellen.

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