Seit dem 1. Januar 2026 ist Hanau kreisfrei. Die Stadtverwaltung sieht in diesem Schritt eine Erweiterung der wirtschaftspolitischen Handlungsspielräume, die kürzere Entscheidungswege und klarere Zuständigkeiten ermöglichen sollen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky bezeichnet die Kreisfreiheit als einen Standortvorteil und betont, dass dadurch wirtschaftliche Entwicklungen gezielter gesteuert werden können.
Neue Zuständigkeiten und wirtschaftliche Steuerung
Mit der Kreisfreiheit bündelt die Stadt Kompetenzen, die zuvor auf Kreis- und Kommunalebene abgestimmt werden mussten. Die Hanauer Wirtschaftsförderung soll als zentrale Schnittstelle diese neuen Handlungsspielräume operativ umsetzen. Dazu gehören die Begleitung von Ansiedlungen, die Unterstützung bestehender Unternehmen und die Begleitung von Transformationsprozessen.
Stadtvertreter sehen in der veränderten Verwaltungsorganisation einen Vorteil im Wettbewerb um Investitionen und Arbeitsplätze. Kaminsky sagte, die Stadt könne Entscheidungen dadurch verkürzen und Verlässlichkeit für Unternehmen schaffen.
Flächenentwicklung und Quartiersprojekte
Ein sichtbares Beispiel für die geplante Steuerung des Wandels ist die Entwicklung des Hauptbahnhofsquartiers. Dort will die Stadt das Areal schrittweise zu einem gemischt genutzten urbanen Quartier entwickeln, das Arbeiten, Dienstleistungen und Mobilität zusammenführt. Auch das ehemalige Heraeus-Quarzglas-Areal soll neuen Nutzungen zugeführt werden, mit Platz für Unternehmen und neue Arbeitsplätze.
Im nächsten Regionalen Flächennutzungsplan legt Hanau nach eigenen Angaben einen Schwerpunkt auf zusätzliche Gewerbeflächen, unter anderem in Klein-Auheim und Wolfgang. Damit sollen bestehenden Betrieben Expansionsmöglichkeiten geboten und Neuansiedlungen erleichtert werden. Oberbürgermeister Kaminsky formulierte das Ziel knapp: „Unser Ziel ist Wachstum.“
Digitale Infrastruktur und Rechenzentren
Die Stadt nennt den Ausbau der digitalen Infrastruktur als weiteren Standortfaktor. Mehrere private Anbieter investieren demnach parallel in den Glasfaserausbau, was nach Auffassung der Verwaltung ein Signal für die Wachstumsfähigkeit des Standorts sei. Parallel soll die Digitalisierung der Verwaltung Effizienz und Servicequalität verbessern.
Hanau positioniert sich zudem in Zukunftsbranchen wie Rechenzentren. Die Nähe zum Internetknoten DE CIX in Frankfurt wird als Chance gesehen, wirtschaftliche Entwicklung mit Fragen zu Energieversorgung, Nachhaltigkeit und lokaler Wertschöpfung zu verbinden.
Arbeitsmarktpolitik und Fachkräftesicherung
Auf dem Arbeitsmarkt setzt die Stadt auf eine enge Verzahnung von Maßnahmen. Das neu gegründete Jobcenter als gemeinsame Einrichtung von Stadt Hanau und der Bundesagentur für Arbeit soll Qualifizierung, Aktivierung und Vermittlung von Fachkräften stärker an den Bedarfen der regionalen Wirtschaft ausrichten. Arbeitgeber sollen so kurze Wege und klare Ansprechpartner vorfinden.
Innenstadt, Bildung und Standortqualität
Die Innenstadtentwicklung zählt ebenfalls zur Strategie, Fachkräfte anzuziehen und das städtische Angebot zu stärken. Der Stadthof Hanau wird in der Pressemitteilung als bundesweit beachtetes Transformationsprojekt genannt. Ergänzend plant die Stadt Investitionen in Bildung und Betreuung in Höhe von rund 152 Millionen Euro, die als Beitrag zur Lebensqualität und Bindung von Beschäftigten dargestellt werden.
Zum Abschluss fasste Claus Kaminsky die Erwartung zusammen, die Kreisfreiheit ermögliche, wirtschaftliche Entwicklungen schneller, klarer und unternehmerischer zu gestalten. Die Verwaltung will demnach die neuen Zuständigkeiten nutzen, um Hanau als wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln.
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